Sicher unterwegs – das gilt für jeden Mietanhänger
Ein falsch beladener Anhänger ist nicht nur ein Risiko für Sie und andere Verkehrsteilnehmer – er kann auch zu Strafen, Fahrzeugschäden und im Schadensfall zu Problemen mit der Haftung führen. Dabei sind die wichtigsten Grundregeln schnell gelernt. Wir zeigen, worauf Sie bei der Beladung eines Mietanhängers von Dilisto achten sollten.
1. Nutzlast und Stützlast – der häufigste Irrtum
Viele Fahrer verwechseln Gesamtgewicht und Nutzlast. Hier die wichtigsten Begriffe auf einen Blick:
Begriff | Bedeutung | Wo zu finden? |
|---|---|---|
Höchstzulässiges Gesamtgewicht (HzG) | Maximalgewicht des Anhängers inkl. Ladung | Typenschild am Anhänger, Zulassungsschein |
Eigengewicht | Leergewicht des Anhängers ohne Ladung | Typenschild am Anhänger |
Nutzlast | HzG minus Eigengewicht = max. Ladegewicht | Berechnung: HzG – Eigengewicht |
Stützlast | Druck des Anhängers auf die Anhängerkupplung | Zulassungsschein des Zugfahrzeugs |
Zulässige Anhängelast | Maximales Gesamtgewicht des Anhängers laut Zugfahrzeug | Zulassungsschein des Autos (Feld O.1/O.2) |
Der Anhänger darf nicht schwerer beladen werden als die Nutzlast erlaubt – und das Gespann darf die zulässige Anhängelast des Zugfahrzeugs nicht überschreiten. Beide Grenzen müssen eingehalten werden.
2. Gewicht richtig verteilen
Wie die Ladung im Anhänger platziert wird, hat direkten Einfluss auf das Fahrverhalten:
- Schwere Güter gehören möglichst über die Achse des Anhängers – das stabilisiert das Gespann.
- Leichtere Güter kommen nach hinten.
- Rund 60 % des Ladegewichts sollte vor der Anhänger-Achse platziert sein.
- Zu viel Gewicht hinten erhöht die Schlingerneigung – gefährlich bei höheren Geschwindigkeiten.
- Die Stützlast auf der Anhängerkupplung sollte zwischen 4 % und 12 % des Anhängergewichts betragen.
3. Ladungssicherung – was ist erlaubt, was ist Pflicht?
Gemäß § 101 KFG (Kraftfahrgesetz) muss die Ladung so gesichert werden, dass sie sich im Fahrbetrieb nicht verschieben, umfallen oder herabfallen kann. Folgende Hilfsmittel stehen zur Verfügung:
- Zurrgurte: Am häufigsten eingesetzt, in verschiedenen Längen und Tragfähigkeiten. Bei Dilisto als Zubehör dazubuchbar.
- Antirutschmatten: Erhöhen die Reibung zwischen Boden und Ladung – ideal als erste Schicht unter schweren Gütern.
- Ladungssicherungsnetze: Für loses Schüttgut, Grünschnitt oder kleine Teile.
- Sperrbalken: Fixieren Ladung zwischen Wänden – bei längeren Transporten sinnvoll.
- Stausäcke: Füllen Hohlräume aus und verhindern Verrutschen.
Bitte beachten Sie: Auch eine abgedeckte Ladung muss gesichert sein. Eine Plane verhindert keine Verschiebung – sie ist kein Ersatz für Zurrgurte.
4. Geschwindigkeiten mit Anhänger in Österreich
Anhänger-Typ | Ortsgebiet | Freilandstraße | Autobahn/Schnellstraße |
|---|---|---|---|
Leichter Anhänger (bis 750 kg) | 50 km/h | 100 km/h | 100 km/h |
Schwerer Anhänger (Klasse B) | 50 km/h | 80 km/h | 100 km/h |
Schwerer Anhänger (Klasse BE / Code 96) | 50 km/h | 70 km/h | 80 km/h |
5. Abfahrtskontrolle in 5 Schritten
Vor jeder Fahrt – auch bei Folge-Tagen einer Mehrtagsmiete – sollten Sie folgende Punkte prüfen:
- Beleuchtung: Blinker, Brems- und Rücklichter am Anhänger in Ordnung?
- Kugelkupplung: Sauber eingerastet, Sicherung eingehakt, Stützrad hochgestellt?
- Reifen: Ausreichend Luft, kein sichtbarer Schaden?
- Ladungssicherung: Alles fest verzurrt, Netze gespannt, Klappen und Türen geschlossen?
- Unterlegkeile: Bei Anhängern über 750 kg Gesamtmasse muss mindestens ein Unterlegkeil mitgeführt werden.
6. Rückwärtsfahren mit Anhänger – kurze Grundregeln
Rückwärtsfahren mit Anhänger ist eine eigene Fertigkeit, die Übung erfordert. Die wichtigste Regel:
Um den Anhänger nach rechts zu lenken, müssen Sie das Lenkrad nach links einschlagen – und umgekehrt. Langsam fahren, kleine Lenkbewegungen, bei Bedarf Einweiser nutzen.
Wer noch nie mit Anhänger rückwärts gefahren ist, sollte das vor dem eigentlichen Einsatz auf einem ruhigen Parkplatz üben. Grundsätzlich gilt: lieber einmal mehr aussteigen und kontrollieren als im Rückwärtsgang auf Verdacht fahren.
Häufige Fragen
Zurrgurte können direkt bei Dilisto als Zubehör zur Miete dazugebucht werden – einfach im Buchungsvorgang ergänzen.
Ja, aber nur begrenzt: Die Ladung darf die größte Länge des Anhängers um maximal ein Viertel der Fahrzeuglänge überschreiten. Herausragende Teile müssen mit einer roten Fahne oder Beleuchtung gekennzeichnet werden.
Ja – bei Anhängern mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht über 750 kg ist das Mitführen von mindestens einem Unterlegkeil gesetzlich vorgeschrieben (§ 102 KFG).
Nicht gegenlenken und nicht bremsen – stattdessen ruhig vom Gas gehen und das Fahrzeug ausrollen lassen. Das Gespann beruhigt sich in der Regel von selbst. Dann Anhalten und Ladung und Stützlast prüfen.